Harry Kemp

"Let it flow."

Airlie Beach liegt an der Ostküste Australiens im Bundesstaat Queensland zwischen Cairns und Brisbane und dürfte dem Paradies relativ nahe kommen. Zumindest dem, was wir in der westlichen Welt darunter verstehen.

Weiße palmengesäumte Puderzuckerstrände, Jahresdurchschnittstemperaturen von angenehmen 25 Grad Celsius und ein smaragd-grünes Meer soweit das Auge reicht. Das ist die Heimat von Harry Kemp.

Und dennoch zoges den jungen Mann hinaus in die Welt – oder vielleicht auch gerade deshalb.

Harry arbeitete früh im elterlichen Betrieb mit – ein Bootsverleih für Touristen-Ausflüge zu den berühmten Whitsunday-Inseln und dem Great Barrier Reef. Doch seine Welt war die Musik. Wann immer es möglich war, spielte er auf seiner Gitarre, schrieb Songs und eigene Texte.

Nachdem Harry, Jahrgang 1993, die Schule erfolgreich beendet hatte, absolvierte er zunächst eine dreijährige Ausbildung als Zimmerer. Ein harte Zeit – Harry arbeitete täglich 10 Stunden und mehr, war monatelang “auf Montage” unterwegs, oftmals unter äußerst schwierigen Bedingungen. “Ein harter Job in einem rauen Umfeld” sagt Harry heute, aber er möchte diese Erfahrungen nicht missen. Schnell wurde ihm aber klar – ein Leben “auf Montage”, aber auch im “Boating-Business” in Airlie Beach war für ihn unvorstellbar. Er schätzt die Arbeit seines Vaters und spricht von ihm und seiner Mutter voller Respekt und Bewunderung. Dennoch zog es ihn hinaus in die Welt. Zunächst quer durch den Australischen Kontinent mit einem umgebauten Wohnbus. Später nach Indonesien und Europa.

Harry möchte die Welt kennenlernen und ist offen für alles, was ihm auf seiner Reise begegnet. “Man muss sich bescheiden”, sagt der stets positiv denkende und optimistische junge Mann, aber diesen Preis für die Freiheit bezahlt er gerne. Derzeit lebt und arbeitet Harry in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Bei “Camphill”, einer anthroposophisch geprägten Wohngemeinschaft Behinderter und Nicht-Behinderter, absolviert er einen “Freiwilligendienst” und erhält im Gegenzug Kost, Logis und ein kleines Taschengeld. “Very rewarding” nennt er seinen aktuellen Job, der ihm noch immer ausreichend Zeit für seine Musik lässt.

Wie es danach weitergeht? “We’ll see – I let it flow….”

www.soundcloud.com/harrykempmusic