Sergej Buragin

"Es ist nie zu spät neu anzufangen"

Sergej Buragin ist 1964 in der kleinen Stadt Kineschma „im Herzen Russlands, am schönen Wolgafluss“ geboren und dort aufgewachsen. In Moskau studierte er Elektronik und ließ sich dann zum Ingenieur ausbilden. Während seines Militärdienstes in der damaligen Sowjet-Armee war er sieben Jahre als Offizier in Polen stationiert.

Doch der Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre änderte seinen Lebensplan grundlegend. Die festen Strukturen, die vorher als unumstößlich galten, lösten sich mit dem Putsch in Moskau im August 1991 praktisch über Nacht auf. Das Unmögliche schien auf einmal möglich zu werden. Sergej zögerte nicht lange und nutzte den politischen Umbruch in seinem Heimatland, um zu flüchten.

Er kam nach Deutschland und beantragte Asyl. Monatelang lebte er im Flüchtlingsheim, fing nochmals „ganz von Null“ an. Zehn Jahre sollte es am Ende dauern, bis er schließlich eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erhielt. Lange Jahre arbeitete er in der Gastronomie, bis er sich die Anerkennung seines Diploms als Elektronik-Ingenieur erkämpft hatte. Über sein ehrenamtliches Engagement als Gründer und Betreuer der inzwischen vielfach ausgezeichneten „Jugend forscht Schüler AG“ kam er erst als Aushilfslehrer in seinem Fachgebiet zur Berufsbildenden Schule, absolvierte ein Referendariat und ist nun vollständig anerkannter Fachlehrer für Elektrotechnik.

Darüber hinaus engagierte sich Sergej viele Jahre als Vorsitzender des Beirates für Migration und Integration seiner Wahlheimatstadt Neustadt an der Weinstraße, um anderen Asylbewerbern Mut zu machen und beim Ankommen in Deutschland zu helfen.

„Es ist nie zu spät neu anzufangen“ sagt Sergej heute. „Ich bin glücklich in meinem neuen Leben! Auch wenn der Weg oftmals steinig und unbequem ist – es lohnt sich“.

Weitere Informationen: www.buragin.com

 

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